HIER WOHNTE
MEYER ASCHENDORFF
JG. 1873
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
ERMORDET 16.12.1943
Der Kaufmann Meyer Aschendorf 15.09.1873,Sohn des Kaufmanns Jacob Meyer Aschendorf 20.11.1846-12.11.1924 und Friederike geb. Neumark 10.06.1847-22.11.1939, war verheiratet mit Anna geb. Sichel aus Neustadt a.d.Saale.
Meyer Aschendorf war der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Norden und handelte mit Altpapier und wiederverwendbaren Rohstoffen in der Sielstr. 55, hier befand sich auch ein Lagerhaus, außerdem gehörte ihm ein Packhaus in der Heringstr.
Das Ehepaar hatte zwei Kiinder, Jacob Meyer 11.11.1906, verheiratet mit Elise geb. Katz aus Erfuhrt konnte nach Shanghai fliehen, wo er am 17.07.1945 bei einem Bombenangriff starb. Elise starb am 30.11.1938 ebenfalls in Shanghai.
Else 04.04.1911 verheiratet mit Max Verständig 01.12.1904 aus Jaroslau/Polen, wurde mit ihrem Mann nach Polen abgeschoben, das weitere Schicksal ist unbekannt. Ihr Sohn Moritz Verständig 11.03.1936 blieb bei den Großeltern.
Außerdem wohnten die ledigen Schwestern, Elise 28.08.1877, Bertha 26.02.1979, Bella 11.10.1880 im Haushalt. Bertha starb am 01.03.1940 in Berlin. Elise wurde am 05.09.1942 nach Riga deportiert und am 08.09. ermordet. Bella wurde am 01.03.1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet
Meyer Aschendorff seine Frau Anna und der Enkel Moritz wurden am 26.01.1943 von Berlin nach Theresienstadt deportiert, Meyer starb dort, Anna und Moritz wurden in Auschwitz ermordet.
Meyers Schwestern Marianne 31.10.1875, verheiratet mit Wollf Jacob Wolff 01.01.1874, zog nach Berlin, um von dort eine Ausreise nach Agentien zu ihrem Sohn Walter und seiner Frau Frieda geb. Würzburg zu bekommen. Sie starb am 06.09.1940 in Bernau bei Berlin, Wollf konnte nach Argentinien ausreisen.
Sielstraße (55, Haus nicht mehr vorhanden
westl. Straßenseite, nach Hausdurchgang, Ecke Große Lohne
Ökumenischer Arbeitskreis Synagogenweg Norden e.V.
Synagogenweg 4
26506 Norden
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